Wir trauern um Fabienne Piepiora

Sie war mehr als eine feste Größe im Duisburger Lokaljournalismus. Unserer Stadt war sie mit ganzem Herzen verbunden: Als Mensch, als Journalistin aus Leidenschaft.
Fabienne Piepiora recherchierte und schrieb seit vielen Jahren über das, was gut läuft in unserer Stadt und sprach die Dinge an, die verbesserungswürdig sind. Sie war ihren Themen mit Herzblut verbunden. Fabienne Piepiora ist überraschend mit nur 44 Jahren gestorben. Wir von Duisburg in WALLung trauern.

Als Studentin zog Fabienne Piepiora 2006 nach Duisburg und entdeckte nach und nach in unserer Stadt verborgene Schätze wie gemütliche Cafés oder Fahrradläden mit „Reparatur vorne und einem gemütlichen Bier hinten“. Und dann tat sie das, was sie am liebsten mochte: Sie schrieb über unsere Lieblingsorte in Duisburg und verfasste direkt einen ungewöhnlich coolen Reiseführer, der sich auf Anhieb von der Standard-Literatur abhob. Doch damit nicht genug: Als leidenschaftlicher „Fietsen“-Fan (aus ihrem Instagram-Profil) radelte sie nicht nur gerne durch ihre neue Uni-Stadt sondern erstellte auch gleich eigene Radtouren: Etwa die legendäre Route im Duisburger Süden am Tiger & Turtle vorbei, mit Stopp an der Eis-Manufaktur RheinEis. Sie hatte einen liebevollen Blick auf ihre Entdeckungen und erklärte später in einem Interview mit dem Podcast-Projekt vom Medienforum Duisburg zu ihrer Motivation, Unbekanntes zu zeigen: „Ach guck mal, auch das ist Duisburg.“

Ihre Lieblingsorte in Duisburg? Da gab es viele. Fabienne liebte unsere kleinen italienischen Restaurants oder den Botanischen Garten am Kaiserberg. Hinfahren, Kaffee holen, sich einen Stuhl schnappen. Und den Nachmittag unter dem Blätterdach seltener Pflanzen im Park von 1890 verbringen. Sie kannte ihre Stadt gut.
Auch die Duisburger Innenstadt war einer ihrer Lieblingsorte. Sie arbeitete sich in ihrem letzten großen Projekt durch viele Akten, führte Interviews und schrieb unter dem Titel „Game Over oder Rettung? Die Zukunft der Duisburger Innenstadt“ eine Serie, die bei der WAZ erschien und für großes Aufsehen sorgte. Fabienne konnte gut zuhören, erfasste Probleme in ihrer Komplexität und brachte schon bei ihren Recherchen verschiedene Akteur:innen der Stadt zusammen. Das wussten wir von Duisburg in WALLung von Beginn an zu schätzen. Auch und gerade wegen ihres ehrlichen Interesses an den Themen unserer Stadt. Sie unterstützte unser Engagement aus den Reihen der Bürger:innen von Beginn an und suchte immer wieder das Gespräch mit vielen Menschen aus unserer Initiative. Dabei ging es um die Themen, die sie als Themenprojekt bei der WAZ einem großem Publikum vorstellte: Kommunikation, Innenstadtentwicklung, klimaangepasste Begrünung, Sauberkeit und eine fahrradfreundliche Wegeführung.

Fabienne Piepiora war für uns mehr als nur eine geschätzte Journalistin. Sie brachte Themen nach vorne und gab ihnen den Stellenwert, den diese verdienen. Mit Engagement, einem Lächeln und Block & Bleistift in der Hand.

Wir von Duisburg in WALLung werden Fabienne Piepiora sehr vermissen.

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied.

Text und Bild: Jolana Meister

Beim letzten Interview mit Fabienne Piepiora am Calaisplatz, 08. Juni 2026 erschien sie pünktlich zur vereinbarten Zeit mit ihrem Fahrrad.
Nahm den frisch bepflanzten Calaisplatz in Augenschein und fragte mich mit offenem Blick nach meiner Meinung. Wir unterhielten uns lange über die Aufenthaltsqualität, das Zusammenspiel von Begrünung, Sitzgelegenheiten und Sauberkeit.
Ich spürte –  es war ihr wichtig. Dieser spezielle Ort, in ihrer Stadt, ihrem Duisburg.

Jolana Meister

Für mich war Fabienne das positive Gesicht der WAZ in Duisburg. Die WAZ und Fabienne –  das gehörte für mich einfach zusammen.
Mit ihrem klaren, kritischen und zugleich liebenswürdigen Blick hat sie unsere Stadt auf besondere Weise sichtbar gemacht. Sie hat alte und neue Orte der Begegnung entdeckt und den Menschen und Geschichten dahinter Aufmerksamkeit geschenkt. Das habe ich an ihr sehr gemocht.

Ruth Heselmann

Meine erste Begegnung hatte ich mit Fabienne bei einem Rundgang auf dem IGA- Gelände im Frühjahr und später zum Thema „Grün in der Stadt“. Mich hat beeindruckt, wie sie sich für die Sichtweise der Menschen in ihrer Stadt interessiert hat und das auch in ihren Artikeln zum Ausdruck kam. In ihrem letzten Artikel schrieb sie über unser Engagement als Duisburger:innen in der Stadt.

Beatrix Peschke

Fabiennes journalistische Professionalität und ihre menschliche Art – beides habe ich über die Zeit sehr zu schätzen gelernt. Wie sie die Dinge betrachtet, eingeordnet, aufbereitet und kommentiert hat. Ihr Humor. Ihre „Saluts“ zur Begrüßung. All das fehlt, und diese Lücke wird bleiben. So wie auch die schönen Erinnerungen und die Dankbarkeit für das, was wir miteinander bewegt haben. Danke für alles, liebe Fabienne!

Anke Johannsen